
Versprechen scheint ein schwieriges Wort im Deutschen zu sein. Ein sehr gefährliches noch dazu. Vor allem Politiker müssen (müssten) höllisch aufpassen, was sie alles versprechen (im Sinne von “verbindlich erklären, zusichern”) und dabei doch nicht versprechen (im Sinne von “versehentlich etwas anderes sagen oder aussprechen als beabsichtigt”). Die Bundeskanzlerin beherrscht anscheinend die Fähigkeit, beide Bedeutungen in einem Atemzug zu gebrauchen. “Wir werden natürlich die sogenannte Sekundärmigration stärken mü(ssen) …. ordnen und steuern müssen.”(Gelächter) (Bundestagstagsdebatte gestern über Migrationskrise). Ja, ein sog. lapsus linguae. Freud blickt hier aber tiefer, ein solches “Versprechen” wäre nach ihm nicht einfach harmlos metaphorisch “Fehler der Zunge”, sondern ein Zu-Tage-Treten (Bewußtwerden) unterdrückter, irrationaler, tiefen-psychologischer Vorgänge. Man lacht über ein lapsus linguae, man ist aber entsetzt über einen “Freudscher Versprecher”. Aber die Show geht weiter: Freudentanz … Puppentanz… Totentanz (Danse macabre).
